Mallard & Claret
DIE MALLARD AND CLARET
Wieder ein Muster das eine Maifliegenart imitieren soll, farblich genau richtig abgestimmt für torfbraunes Wasser, denn davon gibt es in Irland eine Menge.
Die Mallard and Claret ist sehr alt, sie geht zurück bis ins Jahr 1850.
Vermutlich ist sie im schottischen Aberdeen entstanden. Es soll zu der Zeit
aber schon eine irische Version gegeben haben.
Ich habe 1979 am Eany River, im County Donegal, mit der Mallard and Claret
Bekanntschaft bemacht. Sidney Proctor, ein nordirischer Angler, schenkte mir
eine, während meines ersten Versuchs einen Lachs zu fangen.
Probiers mal mit der hier, sagte er, und bleib' beim Fliegenfischen, jeder
Trottel kann nämlich ein Stück Eisen in den Fluß werfen.
Deutete auf seinen Kumpel. Der fischte ein paar Meter weiter unterhalb mit dem
Blinker.
Die Mallard and Claret hat mir seitdem viele Fische beschert: Forellen in den
Seen und regelmßäig Lachs und Meerforelle in den Flüssen.
Jeder stabile Naßfliegenhaken in den Grßöen 8 bis 14 ist
brauchbar.
Materialien
Bindefaden: schwarz
Anhängsel: Kupferdraht oder Goldfaden
Schwanz: Goldfasankragen
Körper: Woll- oder Felldubbing, weinrot
Rippung: Kupferdraht oder Goldfaden
Hechel: Henne, naturbraun
Flügel: Stockente, gerollt oder gefaltet
Top Ten
Fliegen fuer Irland
Binden und Angeln
Unglaublich ulkig, ehrlich, ..... Ray Robinson und Dietrich Bohnhorst fischen
in der Wildnis Donegals und testen die Fliegen ..... Ich gebe 10 von 10 Punkten
.....diese DVD muss man haben .....grosse Unterhaltung fuer die ganze
Familie.
Roger Baker
Irish Angler, Magazin
114 minuten Fliegenbinden und Angeln. Dietrich Bohnhorst's unterhaltsame und
praktische deutschsprachige Anleitung fuer jeden Angler.
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DER ERSTE KONTAKT MIT DER INSEL
Auf die Idee, anstatt nach Jugoslawien nach Irland zu fahren, wäre ich wahrscheinlich nicht gekommen. Aber mein Reisegefährte Helmut hatte sozusagen schon die Fähre gebucht. Er meinte es sei jetzt, nach all den Äschen und Forellen, an der Zeit einen Lachs auf die Fliege zu fangen und Irland sei genau der richtige Ort dies zu tun.
Daß auf der Insel vieles anders ist, als in den meisten Ländern die
wir kannten, war bereits auf der Fähre von Le Havre nach Rosslare
festzustellen: schwarzes, öliges Bier; weißes, pappiges Brot und zum
Frühstück gebratene Schweinenieren, Spiegeleier, Bauchspeck und
Würstchen nebst einem blutwurstartigen Zeug das Black beziehungsweise
White Pudding genannt wird.
Hölle und Teufel!
Nach New Ross, gleich unten im Südosten, fuhren wir zuerst. Dort wollten
Eckhardt und Evelyn, die mit uns ausgezogen waren einen ersten Lachs zu fangen,
ihren zur Miete vorbestellten Wohnwagen abholen.
Diesen Kasten in Empfang zu nehemen dauerte im Irland des Jahres 1979 mehrere
Stunden. Bei der Vermietung war niemand. Die große, graue
Wellblechschiebetür war zu. Nachdem Eckhardt sämtliche, auf seinem
Buchungsformular stehenden, Telefonnummern angerufen hatte, kam
schließlich jemand, aber der, no Sir, terribly sorry, Sir, war nicht
zuständig und versicherte uns, er hätte nicht das Geringste mit
irgendwelchen Wohnwagenvermietungen zu tun. Wir sollten aber weiter vor der
Wellblechtür warten, er würde versuchen jemanden zu finden.
Als dann endlich ein Wagen hinter Eckhardts und Evelyns Auto hing, ging es
richtig los. Langsam allerdings; auf der falschen Straßenseite zu fahren
war eine weitere neue Erfahrung.
Helmut hatte viel über Irlands Lachse gelesen und gehört. Er schlug
vor, ein oder zwei Tage am Suir im Süden zu fischen und sich dann, an der
Westküste entlang, nach Norden zu bewegen.
Über Waterford und Carrick on Suir fuhren wir also nach Clonmel, meistens
an Hecken oder Natursteinmauern entlang. Die sich ständig mit Sonnenschein
abwechselnde Bewölkung, the broken Sky, erzeugte auf der
Hügellandschaft ein Licht das klarmachte was mit den Forty Shades of Green
gemeint ist: eine grün grüne Insel.
Es wurde auch schnell deutlich, wie groß der Einfluß der Iren auf
Anordnung und Bauweise der Ortschaften in amerikas Westen gewesen sein
muß.
Mit dem ersten Bier im Pub bekamen wir auch die, Fremden gegenüber,
übliche Frage vorgesetzt: you are on holidays? meistens von einem
freundlichen lächeln begleitet.
You are on holidays? egal ob in Pub, Restautant, Lebensmittelladen, dem Tweed
Shop, der Tankstelle. Diese Kommunikationsfreundlichkeit und Neugier, bedingt
durch die langatmigkeit des irischen Dorfdaseins, ermöglichte uns
natürlich auch, so wichtige Fragen wie, where to fish? und, how is the
fishing? anzubringen. Wenn die angesprochene Person nichts über das Angeln
wusste: hold on for a second, dauerte es meistens nur eine Minute bis irgend
jemand auftauchte der mit uns ausgiebigst über die Fischerei sprach.
So fanden wir etwas oberhalb von Clonmel einen Platz direkt am Fluß,
groß genug den Wohnwagen, wie auch das Zelt für Helmut und mich
aufzunehmen.
Der Suir hatte, obwohl ein Limestone-Fluß, also durch
Kalksteinformationen fließend, diese typisch irische Farbe. Nicht
glasklar wie die jugoslawischen oder englischen Kreideflüsse, nicht
trübbraun wie Weser und andere norddeutsche Gewässer, sondern
tiefenklar braun.
Das variiert, je nach Höhe des gelösten Torfanteils, von leichtem
Hellbraun bis zu Guinness-schwarz. Daß so viele Flüsse Irlands den
Namen Blackwater tragen ist kein Wunder.
Das Zelt stand und es war höchste Zeit mal am Suir entlangzugehen, mit
Ruten zwar, aber eigentlich nur mal gucken.
Die Iren, die hier auf Brown Trouts, Bachforellen, fischten, hatten alle
unendlich lang erscheinende Zweihandruten. Sie standen mitten im Fluß,
warfen mit sehr runden, langsamen Bewegungen ihre zwei oder drei Fliegen. Fast
gemütlich sah das aus: immer die gleiche Länge Schnur abheben und
wieder ablegen, herumtreiben lassen, Wurfzyklus auf Wurfzyklus und immer
konzentriert.
Down and across; guck dir das an, erklärte Helmut, die fischen alle den
englischen Stil: lange Rute mit langsamer Aktion und mehreren Naßfliegen
am Vorfach. Nicht wie wir: kurze Rute mit schneller Aktion und einer einzigen
Trockenfliege oder Nymphe am Ende.
In der Tat, das war Fliegenfischen, aber anders als wir es kannten und
praktizierten. Noch etwas unterschied uns von diesen Iren auf den ersten Blick:
waren wir mit unseren olivgrünen Westen, verwegenen Kopfbedeckungen und
Accessoires bestrebt wie Buschkämpfer auszusehen, wirkten diese Kollegen
mit Tweedjacket oder Wachsjacke, manche trugen sogar Krawatten,
äußerst kultiviert und zivilisiert. Ihre Angelutensilien befanden
sich, nicht wie unsere, in den Taschen der Weste, sondern im Bag, der
Umhängetasche, in der auch jeder gute Fisch verschwand. Das hier war kein
Catch and Release.
Selbstverständlich hielten wir unsere Art zu fischen (obwohl wir noch
keine Fliege in irisches Wasser getaucht hatten) sowie unsere grundlegende
Philosophie für fortschrittlich zeitgemßäer und die einzig
richtige Interpretation der Sache.
Wir kamen zu einer siebzig bis achtzig Meter langen Strecke. Drei Angler
fischten dort. Die standen etwa in der Mitte des Flusses und warfen ihre
Fliegen in Richtung anderes Ufer.
Einer der Iren rief uns etwas zu, ein anderer watete aus dem Wasser und
erklärte mir, ich solle doch seinen Angelplatz übernehmen. Diese
Großzügigkeit überraschte und beschähmte auch etwas.
Er deutete nochmals auf die Angelstelle im Fluß, give it a go. Na gut,
also ins Wasser und probieren. Das Waten war leicht, kaum mehr als knietief,
mit sicherem, solidem Untergrund. Der Suir war hier zwanzig bis dreißig
Meter breit mit mßäiger Strömung, die, wie die Tiefe, zum
anderen Ufer hin zunahm.
Am bezeichneten Platz angekommen, warf ich irgendeine Nymphe zum anderen Ufer.
Der zweite Wurf war noch nicht beendet, da stand der irische Angler auch schon
mit seiner offenen Fliegendose neben mir. Mit mindestens zwei Fliegen
müsste ich fischen; zeigte mir wie ein Dropper angeknotet wird und band
zwei seiner Fliegen an.
Daß meine, nur 2,25 Meter lange Rute für dieses Fischen zu kurz war,
wurde mir nach dem ersten Wurf klar: die Fliegen trieben zu schnell herum,
spielten nicht verführerisch und lebendig in der Strömung.
Nach dem zweiten Wurf wurde mir klar: mehr als eine Fliege am Vorfach, mit
kurzer, schneller Rute geworfen, führt leicht zur Verhedderung des
Ganzen.
Es begann mir einmal mehr zu dämmern, daß es für die vielen
verschiedenen Situationen des Fliegenfischens keine Patentlösung gibt. Es
ist immer und überall ein Transferproblem: wie bringe ich das bisher
Gelernte mit den gerade herrschenden Gegebenheiten und Besonderheiten in
Einklang?
DEDICATION
1995 haben Dietrich Bohnhorst und Ray Robinson DEDICATION produziert. Der vierteilige Film, zeigt zwei passionierte Angler auf ihren verschiedenen, unterhaltsamen und aufregenden Expeditionen zu Land und zu Wasser im wilden Nord-Westen Irlands.
Nachdem DEDICATION vom französischen Sender AB-Sat gezeigt wurde und in
Nord-Amerika über ein Kabel Netzwerk lief, wurde er so etwas wie des
Anglers Kultfilm.
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DEDICATION ist ein Programm in englischer Sprache
DEDICATION ist kein Schulfilm, der Wie? oder Wo? In Bezug zum Angeln
beantwortet.
Es ist ein Stück Leben.