Die Märzbraune
DIE MÄRZBRAUNE
Rhitrogena haarupi, eine Maifliegenart, ist was unsere künstlichen
Märzbraunen darstellen sollen.
Das Insekt existiert nur in schnellfließenden Gewässern, trotzdem
fangen die Imitationen gut in unseren Seen. Die Fliege eignet sich bestens als
Springer, nicht nur im März, sondern während der ganzen Saison. In
den Oberläufen unserer Flüsse kann die Märzbraune, besonders
nach Regenfällen, erstaunlich gute Forellen produzieren.
Variationen über Variationen und Untergruppen laden zum Experimentieren
mit Farben und Materialien ein; für mich ist die, hier gezeigte,
Spider-Version am besten gelaufen:
Hakengrßöen rangieren von 8 bis 12, wobei 10 und 12 am
gängigsten sind.
Materialien
Bindefaden: oliv
Schwanz: Flankenfeder Stockente; 2 bis 3 Fibern (optional)
Körper: Woll- oder Felldubbing, dunkelbraun
Rippung: Goldfaden
Körperhechel: Henne, hell-oder rotbraun
Kragenhechel: dunkle, weiche Rebhuhnfeder
Top Ten
Fliegen fuer Irland
Binden und Angeln
Unglaublich ulkig, ehrlich, ..... Ray Robinson und Dietrich Bohnhorst fischen
in der Wildnis Donegals und testen die Fliegen ..... Ich gebe 10 von 10 Punkten
.....diese DVD muss man haben .....grosse Unterhaltung fuer die ganze
Familie.
Roger Baker
Irish Angler, Magazin
114 minuten Fliegenbinden und Angeln. Dietrich Bohnhorst's unterhaltsame und
praktische deutschsprachige Anleitung fuer jeden Angler.
Auf DVD fuer EURO 20
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NUR FLIEGE ERLAUBT
Ein kleiner Lebensmittelladen auf einer Anhöhe, stellte das Ende des
Siebenhäuserdorfes Podturn dar. Etwas unterhalb, hübsch von der
Straße umgangen, am Fuß eines bewaldeten Hügels, ein kleiner,
runder See. Die Quelle der Radejsica. Der Fluß kam aus dem Berg, bildete
diesen Kessel und floß dann durch ein Tal. Lieblich; Wiesen und ein paar
Maisfelder. Keine Häuser bis zur Mündung in die Krka, hinten vor den
Bergen.
Glasklares Wasser kam aus dem Karst; die Radejsica, von Anfang an ein Fluß; 10 bis 12 meter breit. Gustl, Wirt der Gostilna am Ort, benutzte das Wort Ursprung. Es schien uns sehr passend.
Ihr fischen mit Fliege? fragte Gustl und wir nickten eifrig als er uns die
Tageskarten ausstellte.
Natürlich.
Das sehr gut, weil ist nur Fliege erlaubt, in Radejsica.
Helmut sah mich an und ich sah bestimmt genauso erstaunt aus wie er: so weit
hätten sie nun auch nicht gleich zu gehen brauchen.
Für jemanden, der von den heimischen Gewässern die gesamte
Köderpalette gewohnt war, stellte diese Fly Only Restriktion etwas
ziemlich Unverständliches dar.
Auf jugoslawisch, deutsch und französisch standen die Bestimmungen und
Erläuterungen auf der Angelkarte. Bachforellen, Regenbogenforellen und
Äschen gab es zu fangen. Drei Fische pro Tag und Angler durften entnommen
werden.
Wir kramten unsere spärlichen Fliegenausrüstungen aus dem Auto
hervor. Blinkerruten, Stationärrollen, jede Menge schönster Spinner
blieben im Wagen. Dann fischten wir die gesamte sechs Kilometer lange Radejsica
ab. Von der Quelle bis zur Mündung in die Krka.
Fische waren da. Viele sogar und große, in dem klaren Wasser konnten wir
gut sehen, wie sie hinter Krautfahnen auf antreibende Nymphen lauerten, oder
mehr frei standen, auf Oberflächhennahrung fixiert. Wir sahen sie steigen,
besonders die Äschen im unteren Teil schienen unermüdlich.
Tagelang versuchten wir krampfhaft einen Fisch an die Fliege zu bekommen.
Vergebens. Und wir lächelten nicht mehr so freundlich zurück, wenn
Gustl uns mit seinem jetzt arme Fische nach dem Angelkartenkauf oder dem
Mittagesen verabschiedete.
Will der uns veräppeln?
An einem Abend zeigten wir ihm unsere Fliegen, fragten welche denn wohl
fängig wären. Er deutete auf ein paar braune Muster: das hier sehr
gute Fliegen, war sein Kommentar und wir wußten ohnehin, daß es an
uns lag, denn Fische waren ja genug da.
Zunächst wieder der Wurfstil: die Schnüre flogen uns in grossen
Bögen um die Ohren. Von einem geschickten präsentieren der Fliege
konnte nicht die Rede sein und wir hakten oft das Gras hinter uns. Was mich am
meisten zermürbte: da war ein Apfelbaum, in dessen Nähe ich nur zu
kommen brauchte, schon hing die Fliege drin.
Aber wir waren allein am Fluß, es bestand keine Gefahr sich dem
Gespött oder Gelächter Anderer ausgestzt zu fühlen. Wir
schimpften und fluchten leise, manchmal auch nicht so leise, vor uns hin;
fummelten unsere Fliegen aus Bäumen und Büschen, Maiskolben oder
Grasbüscheln. Unterbrochen nur durch das tägliche Erscheinen eines
kleinen, dicken Mannes mit dichtem schwarzen Seehundsbart. Sein Moped war
weithin zu hören, wenn er auf der Suche nach Anglern die Feldwege
entlangknatterte.
Der Fischgeneral steckte in einer heruntergekommenen Phantasieuniform. Als
Zeichen seiner Autorität trug er einen schweren Revolver am Gürtel.
Er lächelte aber stets freundlich und fragte nur nach dem Kontrolni Kupon,
einem Abriss an der Angelkarte, den er, als Beweis seiner Taetigkeit der
Fischereibehoerde vorzulegen hatte.
Wenn morgen nichts passiert, gebe ich es auf. Helmut saß niedergeschlagen
beim Abendessen und meine Hoffnung hier noch etwas zu fangen war auch nicht
mehr besonders groß.
Am nächsten Morgen regnete es heftig. Ein weiterer Grund fuer mich, Kummer
und Frust bezüglich der Angelei zu ertränken. Sljivovica und Pivo
Varna. Gleich nach dem Frühstück. Mit ein paar durstigen Jägern
und Holzfällern als Trinkkumpane im verräucherten Clubzimmer.
Helmut wollte von solchen Eskapaden nichts wissen, holte den Regenmantel aus
dem Auto und ging angeln. Irgendwann am frühen Nachmittag, es
schetettü immer noch, steckte er, vollkommen durchnßät,
triefende Kaputze über nassen Haaren, den Kopf zur Tür herein und
rief aufgeregt: ich habe gerade einen Riesenfisch drangehabt, ehrlich, auf die
Fliege, aber er hat nicht richtig gesessen!
Unser trunkenes, schallendes Gelächter muß ihm nicht sonderlich
gefallen haben, mit einem, versoffene Baggage, verschwand er wieder.
Der nächste Tag sah mich gerade noch in der Lage, Helmut von unserer
Unterkunft im nahen Doljenske Toplice, zu Gustls Gostilna zu fahren. Damit er
sich eine Angelkarte kaufen und fischen gehen konnte. Mir dröhnte der
Schädel, der Rest des Körpers fühlte sich miserabel. Nur nicht
bewegen; ich blieb einfach im Auto sitzen.
Nach ein paar Stunden zwang etwas in mir, mich zum Angeln fertig zu machen,
etwas zog und ich kaufte eine Karte beim Gustl.
Helmut befischte eine kurze Strecke, gleich unterhalb des Ursprungs der
Radejsica, genau dort hatte er am Vortag seinen Fisch verloren.
Wie in Trance stellte ich mich neben jenen besagten Apfelbaum. Aus dem schon
arg dezimierten Fliegensortiment kramte ich eine braune heraus (später
wurde sie als die Märzbraune identifiziert) und begann zu arbeiten. Werfen
wäre der falsche Ausdruck. Irgendein Mittelding zwischen Rollwurf und
Linemending brachte ein paar meter Schnur aufs Wasser. Meine Rutenhand
vollführte dann Bewegungen, ähnlich denen die beim Rühren mit
dem Schneebesen gemacht werden, allerdings viel langsamer, damit die
Strgnumö .etnnok neheiz egniR eid hcrud enieL sawte hcon Da die
Gespließte über drei meter lang war und ich mich beim Rühren
vorbeugte, trieb die Fliege nicht zu dicht ans Ufer herum.
Der Biß kam völlig unerwartet, ich reagierte nicht, sah nur ein
Klatschen an der Oberfläche, dann rasselte Schnur von der Rolle. Die
Plötzlichkeit und die Schnelligkeit mit der das passierte erschrekte mich,
damit hatte ich nicht gerechnet.
'ne Ratte, Helmut, komm schnell, ich hab'ne Ratte dran. Mein panisches Geschrei
muss die ganze Gegend informiert haben.
Helmut kam mit dem Kescher, sagte irgendetwas über
Erblindungserscheinungen im Zusammenhang mit übertriebenem Alkoholkonsum,
dann landeten wir eine 48 Zentimeter lange Regenbogenforelle, waren
glücklich: es geht also doch.
Ich arbeitete wieder meine Leine aufs Wasser und hatte sofort den nächsten
Biß, an der gleichen Stelle. Helmut kescherte wieder und dann gleich
nochmal.
Jetzt lagen da drei Forellen im Gras, die Grßöte über 50
Zentimeter lang, gefangen innerhalb einer halben Stunde. Die vorhergegangenen
Tage, an denen wir uns so vergeblich abgemüht hatten, zählten nicht
mehr, existierten nicht mehr.
Am Abend saßen wir draußen auf der Bank an der Gostilna. Die Kumpels gratulierten uns zu unserem Fang, dobro ribar, Meisterfischejäger. Unsere Ruten hatten wir an die Hauswand gelehnt, die Spitze meiner Gespließten war krumm und Gustl schaute sich das Ding zufrieden an, nickte, das ganz altes Rute, aber eigentlich sagte er: die sind jetzt übern Berg.
DEDICATION
1995 haben Dietrich Bohnhorst und Ray Robinson DEDICATION produziert. Der vierteilige Film, zeigt zwei passionierte Angler auf ihren verschiedenen, unterhaltsamen und aufregenden Expeditionen zu Land und zu Wasser im wilden Nord-Westen Irlands.
Nachdem DEDICATION vom französischen Sender AB-Sat gezeigt wurde und in
Nord-Amerika über ein Kabel Netzwerk lief, wurde er so etwas wie des
Anglers Kultfilm.
DEDICATION ist auf DVD erhältlich fuer EURO 20
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DEDICATION ist ein Programm in englischer Sprache
DEDICATION ist kein Schulfilm, der Wie? oder Wo? In Bezug zum Angeln
beantwortet.
Es ist ein Stück Leben.