Die Angelsaison / Sommer
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Mittwoch, 20.10.2021

Wo angelt man in Irland; Teil II

Alles was der Angler ueber die 44 Seen wissen muss.

Fliegenfischen auf Pollack und Makrele in der Donegal Bay


Summertime and the livin’ is easy…

Sommer am St. John's Point, Co. Donegal.

…fish are jumpin’ and the cotton is high.
Nun wächst ja in Irland nicht so viel Baumwolle und manche Leute sagen: der letzte Sommer, am 17. Juni, war sowieso zu kurz.
Wie auch immer, wenn das Leben leicht ist, wenn sommerlicher Hochdruck herrscht, bin ich am Meer.  Auf Makrele und Pollack zu fischen ist nicht nur Nahrungsbeschaffung, sondern auch Balsam für die Seele.  Diese sonnigen Tage am Wasser sind so schön, ihre Bilder so tief in den Sinn gebrannt, daß sie mitten im Winter viele Träume und Tagträume auslösen.  Die Vorfreude auf den nächsten Sommer wird riesengroß.

Die Beute.

Auf Makrelen zu fischen ist leicht, wenn sie da sind, und alle üblichen Köder laufen gut.  Je weiter du die werfen kannst, desto mehr wirst du fangen.  Normalerweise.
Wenn du den richtigen Punkt triffst, wird dein Köder schon auf dem Weg nach unten attackiert, bevor du mit dem eigentlichen Fischen angefangen hast.
Manchmal kommen Makrelenschwärme ganz dicht ans Ufer, um Sprotten zu jagen.  Dann zahlt es sich aus, die Fliegenrute mit einem silbernen Streamer parat liegen zu haben.  Reagiere und werfe schnell, denn der Spuk wird in ein paar Minuten vorbei sein.
Wer eine Sinkschnur auf der Rolle hat, sollte tief zwischen den Felsen fischen.  Da sind die Pollacks.  Die nehmen normalerweise auch einen silbernen Streamer.  Das einzige Problem besteht darin, den Fisch vom Seetang fern zu halten.  Wenn der Pollack da drin ist, ist er für den Angler verloren.  Den Streamer kriegt man aber wunderbarer Weise meistens wieder zurück.
So liebe ich jede Minute auf meinem Felsen, sauge die Sonnenstrahlen auf, geniesse den Tag, fange mir ein paar Fische und bin mir ganz sicher: summertime and the livin’ is easy.


Makrelen am St John’s Point



Eindruecke von einem irischen Bergsee


Bergseen im Sommer

Normalerweise verlangsamt sich die Forellenangelei nach der Sommersonnenwende deutlich.  Ende Juni, Juli und August ist keine gute Zeit Bachforellen zu fangen.  Egal ob man Fluesse, Seen oder Bergseen befischen moechte. Die Angelei kann besonders schlecht sein, wenn im Sommer ein Hochdruckgebiet mit Luftstroemungen aus oestlichhen Richtungen blauen Himmel produziert.  Das sind dann Tage ohne Wind, mit relativ hohen Temperaturen, vielen steigenden Fischen, von denen aber kaum einer auf die ueblichen Nassfliegen geht. Da fragt man sich dann, warum der lange, beschwerliche Weg in die Berge ueberhaupt gemacht worden ist.  Eigentlich sollte man am Strand liegen.

Du wechselst die Fliegen, fischst langsamer, oder schneller, tiefer oder Hoeher, aber nichts passiert.  Sie nehmen heute einfach keine Nassfliegen.  Ein Wechsel von Technik und Taktik muss her.  Es ist naemlich moeglich diese steigenden Burschen mit der Trockenfliege zu erwischen.

Meistens ist nicht erkennbar was die Bachforellen da von der Oberflaechen nehmen; die Ringe sind natuerlich sichtbar, nicht aber wonach der Fisch gestiegen ist.  Trotzdem funktionieren Koecherfliegenimitationen, sowie die Knotted Midge eigentlich immer.

Also, weg mit den Nassfliegen.  Etwa 50 cm. 16er Schnur ans Ende des Vorfachs geknotet und Unsere Sedge, in Groesse 12 oder 14.  Damit probiere ich es immer zuerst.  Normalerweise laeuft die gut, die Bergseeforellen moegen sie.

Um allerdings eine davon mit der Trockenfliege zu fangen, muss man schnell sein.  Unsere Sedge sollte, sofort nachdem ein Fisch die Wasseroberflaeche durchbrochen hat, genau da landen wo die Ringe sich ausbreiten.  Dann muss fast automatisch der Biss kommen.  Ein Reflex scheint ausgeloest, die Forelle kommt wenigstens noch mal nach oben, um sich anzuschauen was da schwimmt und oftmals nimmt sie dann die Fliege.

Wer mit einem Wurf beginnt, nachdem der Fisch gestiegen ist, kommt hoffnungslos zu spaet.  Bevor die Sedge auf dem Wasser schwimmt, ist die Forelle bereits wo anders.

Am Wasser entlang zu gehen und dabei staendig Leerwuerfe zu machen, waehrend du nach steigenden Fischen ausschau haelst, ist bei den Uferbeschaffenheiten an irischen Bergseen nicht immer einfach, aber doch moeglich.

Die Leerwuerfe haben verschiedene Vorteile:

  • Ein steigender Fisch kann unmittelbar angeworfen werden.

  • Sie halten die Fliege trocken, damit sie auch schoen schwimmt.

  • Sie vertreiben die Kriebelmuecken, die ganz sicher an Tagen wie diesen unterwegs sind.

Wenn ein Steiger erscheint, laesst du einfach die Schnur schiessen.  Sofort.  Im Idealfall landet die Trockenfliege dann genau dort wo die Forelle gestiegen ist, schwimmt da fuer ein oder zwei Sekunden, schon kommt der Fisch wieder nach oben und nimmt.  Nur noch anschlagen und du hast eine Bachforelle im Drill.

So einfach ist es bei schlechtem Wetter wie blauer Himmel, hohe Temperaturen, kein Wind und keine Wolken Forellen zu fangen, und das auch noch im Hochsommer.



A Bad Day Fishing