Die Fliegen / Die Sooty Olive
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Samstag, 18.01.2020

Top Ten Fliegen für Irland

Die Freuden des Fliegenfischen auf DVD

Die Sooty Olive

Was fehlt noch?  Richtig, eine "Lake Olive".  Die Sooty Olive ist eine der besser bekannten traditionellen irischen "Olives".  Sie imitiert verschiedene Zuckmueckenarten, hier unter dem Sammelbegriff "Duck Fly" bekannt.  Ihre Zeit ist das Fruehjahr; April ist ein guter Monat fuer die Sooty Olive.  Wenn der Butcher nicht mehr so richtig laeuft und Wickham's sowie Invicta noch nicht gut gehen, hat die Sooty Olive ihre besten Auftritte.
Ich fische sie immer am Ende des Vorfachs in Kombination mit einer Bibio als Springer.  Die beiden sind einfach ein gutes Team.  Besonders wenn die Forellen zum ersten mal richtig steigen gibts kaum was Besseres.
Die Haken fuer die Fliege sollten wieder stabile Nassfliegenhaken in Groessen 10 und 12 sein.  Natuerlich gibt es auch hier Variationen, Versionen und Interpretationen: mit Rehhaar, Silberrippung, Goldrippung, Goldfasan Topping Schwanz, Fasanenschweiffluegel, braune oder rote Hechel und und und.  Ich binde diese Version seit 1979 und sie hat fuer mich immer gut gefangen (und natuerlich auch fuer Mr. Robinson, der nennt sie dickkoepfig "Die Schittie Olive.)

 

Details


Materialien
Haken – Nassfliegen, down eye in Groessen 10 oder 12
Bindefaden – schwarz
Schwanz – Goldfasan Tippet
Anhaengsel – (optional) Kupferdraht, 3 Windungen
Rippung – Kupferdraht
Koerper – olivfarbene Wolle, "gedubbed"
Hechel – Henne schwarz, kann als “Falsche Hechel” eingebunden werden
Fluegel – Stockente, gerollt, oder similar aehnliche Feder.

 




Die Sooty Olive


Anglers Albtaum II

Gott sei Dank habe ich Urlaub.  Stehe im Flughafen, Gepäckausgabe, und warte darauf, dass sich das Fliessband in Bewegung setzt und meine Reisetaschen ausspuckt.  Ich freue mich schon riesig drauf die Flüsse und Seen dieses Landes, „Angler’s Paradise“ genannt, auf Lachs, Meerforelle und Bachforelle zu befischen.  Wenn meine Gepäckstuecke mit den Angelklamotten drin langsam auf mich zurollen, kann ich es kaum erwarten, meinen Leihwagen endlich in Empfang zu nehmen und all diesen Abenteuern mit den grossen Fischen entgegen zu fahren.

Mein Ziel ist der Nordwesten.  Dieser Teil des „Angler’s Paradise“ hat hunderte von Seen und Flüssen, alle voller Fisch.
In einem kleinen Dorf, irgendwie entstellt duch umliegende, einfallslose Wohnsiedlungen, ein Haus sieht wie das Andere aus, finde ich ein B&B mit dem Namen „Forest View“.  Von meinem Raum aus kann ich sehen, dass der „Wald“ eine Nadelbaum-Monokultur ist, stellenweise schon mit dem Vollernter behandelt, sehen die Graeben und Baumstümpfe wie ein Schlachtfeld aus dem ersten Weltkrieg aus, nachdem die Gefallenen entfernt worden sind.  Im Hintergrund drehen sich Windturbinen.

Ich bin in einem Angelladen um eine Lizenz zu kaufen.  Da ist eine „Schutzmarke“, die ich auch bezahlen muss.  Die verdoppelt den Preis des eh schon teuren Angelscheins.  Dafür bekomme ich ein paar numerierte Plastik Kiemenmerkierungen, zusammen mit einem Stück Papier: dem Fangbuch.  Eine bunte Broschüre erzählt mir welche Flüsse „geöffnet“ und welche „geschlossen“ sind.  "Catch and release" wird sowieso empfohlen.  Jeder Fluss hat ein sogenanntes „Konservationslimit“ mit entsprechenden „Quoten“.  Der Mann im Angelladen erzählt mir, ich könne von ihm keine eigentliche Angelerlaubnis bekommen; eben nur die Lizenz.  Ich solle zum sogenannten Angelzentrum nach F. Fahren.  Dort würde ich eine Angelerlaubnis bekommen.

Nach einer halben Stunde Fahrt entlang einförmiger Wohnsiedlungen und Nadelbaum-Monokulturen, Windturbinen im Hintergrund, komme ich zum sogenannten Angelzentrum in F.  Das ist geschlossen, an der Tür ein Schild:  Angelerlaubnis erhältlich vom Angelzentrum in G.  Unannehmlichkeiten bitten wir zu entschuldugen.

Ich fahre nach G. entlang einförmiger Wohnsiedlungen und Nadelbaum-Monokulturen, Windturbinen im Hintergrund.  Im sogenannten Angelzentrum dort zeige ich meine, vor einer Stunde gekaufte, Lizenz und erfahre, dass die hier ungültig ist, weil ich jetzt ausserhalb des Bezirks bin.

Es sei denn ich würde eine Erlaubnis für den Fluss in F. haben wollen.  Der läge innerhalb des Bezirks.  Oder: ich könne eine weitere Lizenz für den Bezirk hier kaufen, mit Schutzmarke, für den gleichen heftigen Preis.
Das will ich nicht, also entschliesse ich mich für den Fluss in F. (ebenfalls zu einem heftigen Preis), eine Erlaubnis zu kaufen.
Er fragt mich: „welchen Beat?“
Ich frage ihn: „welchen Beat?“
Er: „Da ist ein Beat-System in Operation.“
Ich: „Bei einem Spate River?“
Er: „Ja. 
Wir haben da neun Beats.  1 ist ganz weit oben, 9 ist unten am Meer.“
Ich: „ Was würden Sie empfehlen?“
Er: „Sie können den Beat um Mittag wechseln.  Aber nach eins bin ich weg.“
Ich: „Hin und her zu fahren dauert über eine Stunde, und es ist schon elf Uhr.“
Er: „Dann sollten sie einen Beat für morgen buchen.“
Ich: „Aber es regnet nicht mehr, der Fluss wird morgen zu niedrig sein.“
Er: „Das ist richtig, also, welchen Beat wollen Sie jetzt?“
Ich: „Na ja, es ist ja schon Mittag; gibt es eine Halbtageskarte, oder eine Abendkarte?“
Er: „Neh“.
Ich: „Ich komme dann ein Andermal wieder.“
Er: „Ist mir auch recht.“

Ich verlasse das sogenannte Angelzentrum, fahre mit meinem Leihwagen umher, schaue mir noch mehr einförmige Wohnsiedlungen und Nadelbaum-Monokulturen, Windturbinen im Hintergrund, an und finde mich plötzlich an einem See der sehr gut aussieht.  An einem kleinen Pier liegen einige Boote, mit Ketten und Vorhängeschlössern an die Pfeiler festgemacht.  Da ist auch ein grosses Schild: Angelerlaubnis erhältlich vom Postamt in C.  KEIN Angeln vom Ufer aus.  KEINE Aussenborder.
Wo ist C?  Ich finde es auf der Landkarte und fahre sofort hin.  Die Post ist geschlossen.  Mittagspause.  Ich finde eine geöffnete Kneipe und bestelle ein belegtes Brot und einen Halben Liter.  Der Preis ist hoch, besonders für das belegte Brot, aber nach dem Halben Liter ist mein sowieso Kopf weich.  Was soll’s also?

Ich dann wieder zur Post.  Die Frau hinter dem Glas ist nett und freundlich, verkauft mir eine Angelkarte für den See.  Als ich nach einem Schlüssel fuer ein Boot frage sagt sie:  „Ich habe mit den Booten nichts zu tun.“
Ich: „Wie, nichts zu tun?“
Sie: „Da müssen Sie zu Paddy O’ gehen.  Der kümmert sich um die Boote.“
Ich: „ Ach so.“
Sie: „Er lebt mit seiner Schwester, draussen, bei B.“
Ich: „Oh.“
Sie nimmt ein Stück Papier und zeichnet eine grobe Karte darauf, damit ich Paddy O’ auch finde.

Ich fahre entlang einförmiger Wohnsiedlungen und Nadelbaum-Monokulturen, Windturbinen im Hintergrund, folge der einfachen Karte die mir die Postbeamtin gezeichnet hat.
Paddy’s Haus ist mir einem grossen X gekennzeichnet und zu meiner grossen Überraschung und Freude, kann ich es nach einer halben Stunde auch finden. 
Die Schwester öffnet die Tür.  Paddy ist bei seiner Nichte.  Nein, sie hat nichts mit Booten oder Schlüsseln dafuer zu tun.  Aber die Nichte wohnt gleich hinter dem Hügel da, höchstens fünf Minuten zu fahren.
Sie schreibt Namen und Adresse auf ein Stück Papier und ich fahre weiter.

Nachdem ich eine halbe Stunde entlang einförmiger Wohnsiedlungen und Nadelbaum-Monokulturen, Windturbinen im Hintergrund, gefahren bin und bei drei Bungalows gefragt habe, finde ich endlich das Haus der Nichte.  Die öffnet die Tür und erklärt mir: „Paddy ist in die Kneipe gegangen.“
Ich: „In welche?“
Sie: „Manchmal geht er in die Rostige Makrele, aber er könnte auch im Koleidon sein und natuerlich mag er das Eckhaus.“ Ich fahre entlang einförmiger Wohnsiedlungen und Nadelbaum-Monokulturen, Windturbinen im Hintergrund und suche nach einer Kneipe mit Paddy O’ drin, - Gott sei Dank wache ich auf.