Die Fliegen / Bibio
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Samstag, 11.07.2020

Top Ten Fliegen für Irland

Fliegenfischen und Fliegenbinden in Irland

Die Bibio

Diese Fliege ist eine von denen, oder vielleicht die nie ohne, wenn es darum geht Bachforellen in Irland zu fangen.

Auf die Rechnung der Bibio gehen ebenfalls unzählige Meerfrorellen und Lachse. Ich habe gesehen, wie Ray Robinson auf eine 14er Bibio, im Eany River drei Lachse in kürzester Zeit fing. Und einen 14 Pfünder im Owenea. Die Bibio hat wieder zugeschlagen, war alles was er dazu zu sagen hatte.

William Hewetson, Angler aus Westport, soll sich rühmen dürfen die Bibio erfunden zu haben.  Irgendwann in den späten 1930ern.

Sie soll die Weißdornfliege imitieren, die nur im Frühling, wenn der Baum blüht, erscheint. Aber die Bibio fängt vom ersten bis zum letzten Tag der Saison.

Details


Der fusselige Körper, aus Wolle oder Fell, kann durch Floss ersetzt, schlank gemacht werden; eine Version die für uns besonders erfolgreich war.

Die Bibio wird in vielen verschiedenen Hakengrößen gebunden: von 8 bis 12 und 14, oder sogar 16, abhängig von Fisch und Wasser.


Materialien
Bindefaden: Schwarz
Anhängsel (optional): Silberfaden
Körper: Wolle oder Fell, gedubbed, oder Floss; 1/3 schwarz, 1/3 rot, 1/3 schwarz
Rippung: Silberfaden
Hechel: Henne, schwarz; Palmerstil.




Angeln und Fliegenbinden: Die Bibio


Perfekte Orientierung

Es waren einmal zwei Angler, nennen wir den einen Reimondo und den anderen Bohnsdorfer. Die saßen, früh eines morgens, zusammen und studierten eine Landkarte der weiteren Umgebung.
Hier, da wollte ich schon immer mal hingehen, sagte Reimondo und schielte über die dicken Ränder seiner Lesebrille, da gibt es zwar nur den einen See in dem ganzen Gebiet, aber der kann's wert sein.
Bohnsdorfer begann damit seine Brote für den Tag zu schmieren und warf fröhlich ein, ich bin mit allem einverstanden, solange da ein Fisch zu fangen ist, meinetwegen auch zwei.
Reimondo packte seine Lesebrille in ein zerdelltes Blechetui und stopfte es in die Hosentasche, die Karte zeigt, dass ein ziemlich großer Fluss aus dem See kommt, meistens ein Anzeichen, dass da Fisch drin ist.

Während der etwa einstündigen Fahrt wurden die Straßen ständig kleiner und enger, die Schlaglöcher größer und tiefer. Endlich fanden sie sich auf einem einsamen Weg, grasbewachsen in der Mitte, ausgewaschene Fahrbahnen an den Rändern. Ein zerklüfteter Berg zur Rechten, im felsigen Tal links floss ein kleiner Bach in seinem steinigen, unbequemen Bett.
Reimondo hielt das Auto an, holte die Landkarte aus dem Handschuhfach, bewaffnete seine Augen mit der Lesebrille, guck mal, wir sind jetzt hier, wo die Straße über den Bach geht, der dann hier in den Fluss mündet. Er brachte die Karte dichter an Augen und Gläser heran, wir sollten bis hier hin fahren und dann von da aus, sein Zeigefinger folgte Konturlinien auf dem Papier, direkt über den Berg; scheint am einfachsten zu sein.

So fuhren sie weiter und kamen auf einen noch kleineren Weg, der unten im Tal über den Bach ging und dann an einem Bauernhof mit Schuppen und Ställen endete.
Reimondo parkte sein Auto weit oberhalb der engen, geländerlosen Brücke an einem Gatter.
Eventuell können wir ein bisschen dichter ranfahren? Erkundigte sich Bohnsdorfer.
Du hast doch nicht etwa Angst vor einem kleinen Spaziergang!
Wenn der See irgendwo da hinten, hinter dem Berg ist, dann ist es doch irgendwie normal, da unten bei dem Bauernhof zu parken.
Okay, mal sehen ob sich was findet, Reimondo lenkte das Auto vorsichtig den Weg hinunter, sie rollten über die enge Steinbrücke, fanden einen Platz nicht weit vom Farmhaus entfernt, gerade groß genug den Wagen zu parken.

Als sie ihre Leggings und Wachsjacken angezogen hatten, kam der Farmer aus seinem Stall. Eine Schubkarre mit dampfendem Mist schob er vor sich her.
Hallo, grüsste Reimondo, haben sie etwas dagegen dass wir unser Auto hier stehen lassen? Wir haben nämlich die verrückte Idee da über den Berg zu gehen und den See dahinter zu befischen, dabei zeigte er vage auf einen Hügel der hinter dem Haus aufragte.
Aber klar doch, war die Antwort des Bauern, ‘türlich könnt ihr das Auto da stehen lassen.
Klasse! Mir hätte es ja nichts ausgemacht das Auto vor der Brücke stehen zu lassen, aber dieser Mann hier, dabei schaute Reimondo Bohnsdorfer an, hat Angst vor einem kleinen Spaziergang.
Klar doch, nickte der Farmer, bevor Bohnsdorfer zu seiner Verteidigung ansetzen konnte: das letzte mal als ich mit ihm einen "entlegenen" Bergsee befischen wollte, sind wir drei Stunden lang gelatscht, nur um dann festzustellen, dass von der anderen Seite her eine Straße hochführt.
Klar doch, sagte der inzwischen etwas verunsicherte Farmer wieder und Reimondo sagte zu Bohnsdorfer mit breitem Grinsen, hast du den kleinen Ausflug etwa nicht genossen?
Hier lächelte der Farmer kurz und deutete auf einen imaginären Platz in den Bergen, zu meinem See, da braucht ihr jedenfalls keine drei Stunden zu laufen.
Was ist denn der einfachste Weg hinzukommen? Wollte Reimondo wissen.
Der kürzeste Weg ist da rüber, klar doch, und der Farmer deutete wieder in seine Richtung.
Moment mal, verlangt jetzt Reimondo, ich denke der See ist da drüben, und deutet wieder auf den Berg hinter dem Farmhaus.
Da drüben, des Farmers Augen folgen Reimondo's Zeigefinger, da drüben kommt ihr irgendwann zum Lough Belshade, klar doch, aber das ist ein weiter Weg, weiter als drei Stunden.

Hm, Reimondo holt die Landkarte aus einer Tasche der Wachsjacke, fummelt das Brillenetui aus der Hosentasche, sehen sie, das Papier wird auf der Motorhaube ausgebreitet, hier ist sogar ihr Weg eingezeichnet, hier ist der Bach. Und der See ist dann da drüben, genau hinter dem Hügel.
Der See ist da drüben, der Farmer hebt die Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger, ihr braucht doch nur dem Bach hochzufolgen.
Das stimmt, bestätigt Reimondo schnell, nimmt seine Lesehilfe ab und folgt, soweit sichtbar, mit Expertenblick dem Fluss hinauf. Dann schiebt er die Brille wieder auf die Nase, studiert noch mal die Karte, sehen sie, der Fluss fließt hier um die Kurve, darum ist der See eigentlich da, schauen sie doch selbst.
Klar doch, aber nu, ohne meine Brille kann ich ja nichts lesen.
Hier ist meine .

Also bringt unser Farmer Reimondo's Gläser vor seine Augen und sieht sich etwas hilflos, die Karte an. Dann schaut er hoch, zu den Bergen und wieder auf die Karte und sagt: ich gehe immer da lang, über den Fluss und dann immer dran lang, bis zum See, dabei schaut er leicht verwirrt in Reimondo's Augen. Er gibt dann die Brille zurück, zeigt in seine Richtung und sagt noch mal unsicher: ich gehe jedenfalls immer da hoch.

Unsere beiden Fischer bedanken sich bei dem Mann, schnappen ihre Angeln und gehen los; der Farmer beobachtet sie eine ganze Zeit lang (dabei kratzt er sich ein paar mal am Hinterkopf), bevor er die Griffe seiner Schubkarre packt und das Ding auf ein Feld rädert.
Reimondo und Bohnsdorfer machen auf halbem Berg eine Pause. Farmhaus, Schuppen und Stallungen sind als kleine Punkte im Tal sichtbar.
Komisch, sagt Bohnsdorfer, dass er glaubt der See ist da drüben.
Na ja, erklärt Reimondo überlegen, er folgt eben immer dem Fluss. Wir gehen aber den geraden Weg, direkt über den Berg.
Und am Anfang war er so überzeugt Recht zu haben.


Ungefähr zu der Zeit als die Angler ihren Marsch fortsetzen, entscheidet sich der Farmer zu einer Pause. Er geht ins Haus wo seine fürsorgliche Frau gerade den Tee zubereitet. Er isst schneller als sonst und hilft sogar beim Abräumen des Tisches; um Platz für die Landkarte zu schaffen, die er aus der Schrankschublade holt.
Wir sind jetzt hier, Reimondo hat seine Karte im Gras ausgebreitet. Einen Marschkompass hält er in der Rechten, wir müssen nur genau geradeaus gehen. Wenn wir uns dann etwas rechts halten, müssten wir gleich an den Fluss kommen.
Des Farmers Frau hat nun mittlerweile ihre Brille auf der Nase zurecht gerückt und sagt gerade zu ihrem Mann: nein, das ist doch hier, ihr Zeigefinger wandert dabei studierend auf der Karte entlang.
Der Farmer tippt mit dem angekauten Mundstück seiner Pfeife auf das Papier und fragt fordernd: klar doch, aber wo sind wir denn dann?
Nun
, sagt sie, das hier muss doch der Fluss sein.
Lass mich noch mal gucken, verlangt er.

Unsere beiden Angler sind ein gutes Stück in den Bergen vorangekommen und ein leichter Zweifel scheint in Bohnsdorfer's Stimme zu liegen, wenn er sagt: eventuell hatte der Farmer doch recht.
Nie im Leben,
lacht Reimondo, deutet auf den kleinen Hügel vor ihnen, der See muss genau dahinter liegen.
Noch mal, zu welchem See wollten die gehen? Die Frau des Farmers hat den Teekessel wieder auf dem Herd und schält die Kartoffeln fürs Abendessen.
Klar doch, die hatten Angelruten und so dabei, sagt er nur verloren.
Nur noch über die Anhöhe da rüber, Reimondo deutet mit der Rutenspitze auf den nächsten Hügel, dass gerade die Sonne dahinter verschwindet ist eher nebensächlich.
Der Farmer, inzwischen mit dem Fahrrad auf dem Weg zum Pub, die Landkarte und eine alte Brille seiner Frau in der Jackentasche, hofft bei einem Pint das Enigma um die Lage seines Sees lösen zu können.

Unsere beiden Helden sind nicht mehr sichtbar, da es dunkel geworden ist, lediglich ihre Stimmen lassen sich noch vernehmen, so sagt Bohnsdorfer gerade: bist du sicher dass wir hier nicht im Kreis rumlaufen? Vielleicht hatte der Mann da unten ja doch recht.
Nie und nimmer, kann überhaupt nicht mehr weit sein, beharrt Reimondo, und wenn sie keinen See gefunden haben, dann wandern sie immer noch.


A Little Introduction to the Blue Stack Mountains, Co. Donegal, Ireland