Die Fliegen / Meditation
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Donnerstag, 02.04.2020

Top Ten Fliegen für Irland

Alle Angelfreuden auf einer DVD

Vorwort

Irland, insbesondere Westen und Nordwesten haben's mir angetan. Seit 1986 lebe ich mitten in diesem, mit Wasser so gesegneten, Teil der Welt.
Ein Verlangen für meine Angelei irgendwo anders hinzufahren verspüre ich nicht - die Auswahl an Gewässern sowie Fischarten, direkt vor der Haustür ist enorm. Da gibt es die riesigen Seen, berühmte Flüsse, winzige Moorseen, liebliche Bäche und nicht zu vergessen, den großen Teich.

 

 



Dietrich Bohnhorst Bricht Mit Ted Halls Stuhl Zusammen


Hier soll nicht versucht werden ein vollständiges Werk in Bezug zu irischen Fliegen zu produzieren, eher das Gegenteil: die Anzahl verschiedener Fliegenmuster um Irland erfolgreich befischen zu können, ist erstaunlich gering; zwanzig oder so sind genug. Muster die hier gezeigt und erwähnt werden, haben mir am besten gedient, sind oftmals Variationen und Adaptationen originaler Muster und Bindeweisen.
Angeln und das Erzählen von Geschichten übers Angeln bedingen sich, laden uns ein wieder fischen zu gehen und mehr Geschichten zu erleben. Das ist auch was lesen und schreiben zum Angeln sein sollte: eine Einladung fischen zu gehen.

Meditation

Meine Angelei und ich, wir sind wie ein altes zufriedenes Ehepaar, vertraut seit langer Zeit und immer noch eine passionierte Liebe. Wir kennen uns so gut, mit allen unseren Stärken und Schwächen. Die Eifersucht ist schon lange abgelegt, die Treue des Anderen gewiss; Verhaltensweisen sind vertraut: das Zusammensein ist wie ein erleichterndes Zurückfallen in einen bequemen Sessel.

 

 

Meine Angelei und ich, wir währen nicht gut unabhängig voneinander denkbar, unser Zusammensein schafft eine Symbiose, die in dem was wir gegenseitig füreinander bedeuten zum Ausdruck kommt. Ja, wir passen gut zusammen, offenbar bemerken das auch Andere, sie erkundigen sich immer wieder nach unserer Beziehung, wollen wissen wie es ihr geht.

Meine Angelei und ich, wir sind wie ein altes Ehepaar, zanken und hadern manchmal miteinander, sind manchmal uneinig, können aber auch nicht voneinander lassen. Ja, vollkommen frei wäre ich, wenn ich nicht, Gott sei Dank, mit meiner Angelei leben müsste.

Unsere Fliegen

Wenn ein Fisch eine Fliege an der Oberfläche entdeckt, schwimmt er schnell hoch und schluckt sie runter.
Nun, obwohl die Fischer dies wissen, benutzen sie die Fliegen nicht als Köder, denn wenn des Menschen Hand sie berührt verlieren sie ihre natürliche Farbe, ihre Flügel verdörren und sie sind so unbrauchbar als Köder für die Fische. Aber die Fischer überlisten die Fische mit einer Kunst. Sie binden Wolle um einen Haken und befestigen zwei Federn, welche unter des Hahnes Kehllappen wachsen und in der Farbe wie Wachs sind, an der Wolle. Ihre Rute ist sechs Fuß lang und die Leine ist genau so lang. Sie legen diese Falle aus und die Fische, angezogen und geblendet von der Farbe kommen und sind dran
- schrieb Aelian um 200 AD über mazedonische Fischer die an den Flüssen zwischen Thessaloniki und Beroia, offensichtlich damals schon mit künstlichen Fliegen, auf eine Spezies mit gepunkteter Haut angelten.
Künstliche Fliegen in der Antike, Maori Streamer aus Muscheln und Knochen, farbenprächtige Kreationen der Südseeinsulaner, wie auch monströs erscheinende mittelalterliche Federbüschel, müssen als uralte Elemente unserer fischereilichen Tradition angesehen werden.

Neue Materialien, Erkenntnisse und Technologien, besonders in Ruten-und Schnurfabrikation, führten auch unweigerlich zu einer erheblichen Verbesserung unserer künstlichen Fliegen.

Synthetische Fliegenschnüre verschiedener Dichten und Gewichte, erlauben heute eine Fliegenpräsentation in fast allen realistischen Tiefen. Feines Vorfachmaterial macht den Einsatz kleinster Trockenfliegen und Nymphen möglich. Synthetische Fliegenbindematerialien in Verbindung mit Spezialhaken ermöglichen die Herstellung extrem naturgetreuer und attraktiver Kunstfliegen. Dennoch beweisen die alten Muster Saison auf Saison ihre Fängigkeit. Unsere Fliegendosen spiegeln das wieder: oft finden sich neueste Kreationen direkt neben den alten Haudegen: Naßfliegen deren Ursprung manchmal am Anfang des 19. Jahrhunderts liegen.
Lernen wir eine neue Fliege in der Praxis kennen, ist damit oft eine Geschichte verbunden, die für immer zu uns gehört. Da gibt es Fliegenmuster die uns durchs Anglerleben begleiten, als immer neue alte Bekannte. Mit ganz besonderem Vertrauen binden wir die ans Vorfach, weil sie nie enttäuschen, dafür kennen wir sie mittlerweile viel zu gut.