Die Fliegen / Die Black Pennell
English
Deutsch
Samstag, 18.01.2020

Top Ten Fliegen für Irland

Fliegenbinden mit Witz und Humor.

Die Black Pennell

H. Cholmondely (sprich: Tschamlie) Pennell, Angler and Naturalist, hat diese Fliege zuerst gebunden. Das ist lange her, etwa um 1860. Es handelt sich hier also um eine echte Traditionelle.

Die Black Pennell war ein großer Erfolg auf schottischen Seen und kam dann auch bald zu uns nach Irland herüber. Auf der gesamten Westhälfte Irlands liegen Sie nie voll daneben, mit einer Black Pennell am Vorfach. Lautet doch ein alter Spruch: wenn du sie nicht auf eine Kombination aus schwarz und Silber fangen kannst, dann gib's auf.
Als Endfliege, wenn schwarze Ameisen oder kleine Mückenarten auf dem Wasser sind, hat die Black Pennell immer am besten für mich gefangen.

Details

Hakengrößen rangieren von 8 bis 16. Die Bindematerialien sollten sehr sparsam verwendet werden. Hechelfibern sind länger als bei den meisten anderen Fliegen um mehr Bewegung zu ermöglichen.

Materialien
Bindefaden: schwarz
Anhängsel: Silberfaden, nicht mehr als drei Windungen
Schwanz: Goldfasan, Halskragenfeder; nicht mehr als fünf Fibern
Körper: Floss, schwarz
Rippung: Silberfaden
Hechel: Henne schwarz, Fibern etwas länger als Haken; nur eine Windung




Fishing and tying the Black Pennell


Heavy Rain

Heavy Rain coming, bedeutet nicht, dass es nicht schon regnete, im Gegenteil. Es regnete seit Tagen. Edwins Bemerkung sollte nur darauf hinweisen dass der Wind etwas stärker und der Regen etwas dichter und dicker werden würde.

Von den Achseln bis zu den Knöcheln in Plastik verpackt; wir steckten in riesigen Säcken, die ursprünglich als Verpackung für Torfmull gedient hatten. Edwin hatte die oben und unten aufgeschnitten. Wir trugen sie wie halterlose, lange Kleider als optimalen Regenschutz unter den Wachsjacken. Beide hatten wir den rechten Ärmel, der ja ständig, mit der Rute in der Hand, nach oben zeigte, mit starkem Bindfaden über dem Handgelenk zugebunden. Die im Futter der Jacken eingenähten Manschetten hätten diesem Regen nicht lange standgehalten.
Richtig gemütlich war’s, ehrlich. Heavy Rain coming.

Anfang Mai auf dem Lough Melvin, mit der Invicta und der Bibio auf Forelle. Nach Edwin's Philosophie braucht der Forellenangler nicht mehr: ein helles und ein dunkles Muster am Vorfach und du bist für alle Eventualitäten gerüstet.
Edwin benutzte das ganze Jahr über für seine Forellenfischerei tatsächlich nur zwei oder drei Fliegenmuster. Die Helle, das war die Invicta; die Dunkle die Bibio. An Tagen mit wenig Wind, wenn die Fische oft stiegen, aber schlecht bissen, ersetzte er die Bibio durch eine kleine Black Pennell. Nach meinen Beobachtungen, fing Edwin mit seiner Minimalisierung der Anzahl an Fliegenmustern, nicht weniger als andere Angler.

Starker Wind kam und schwerer Regen. Weiße Schaumblasen zeichneten gerade, regelmäßige Linien auf den See. Wir fischten unsere Drift und alles triefte. Mitten auf einem großen irischen See. In dem kleinen Boot hatte ich das Gefühl, in einer Zwischenwelt zu sein: nicht ganz drin im Wasser, aber auch nicht ganz draußen.
Die Forellen bissen bei dem rauen Wasser, schafften es leicht eine einzige Fliege mitten aus einer zwei Fuß hohen Welle zu nehmen.

Edwin schöpfte mit einer alten, unten aufgeschnittenen Plastikflasche Wasser aus dem Boot. Heavy rain coming, lachte er, sah die sieben Forellen auf der Mittelbank des Bootes an, wir haben aber nicht zu schlecht gefangen.

Ich hoffte der Tag würde nie enden.

Am Abend, im Pub in Kinlough, saßen wir am Kaminfeuer, klapperten vor Kälte. Der Wirt brachte einen Gasheizer, stellte das Ding neben uns und servierte dann eine neue Runde.
Hevy rain coming, wir saßen da und lachten.

Dir scheint’s hier zu gefallen, sagte Edwin, ich habe ein Grundstück zu verkaufen; auch wenn du nicht gleich bauen willst, es ist in jedem Fall ein gutes Investment.
Warum nicht?
Also kaufte ich ein Stück Wiese, als Investment. dass ich bereits zwei Jahre später dort bauen und wohnen würde ahnte ich da noch nicht.