Die Fliegen / Die Teal Blue and Silver
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Samstag, 18.01.2020

Top Ten Fliegen für Irland

Fliegenbinden und angeln.

Die Teal Blue and Silver

Die Teal, Blue and Silver ist eine von den traditionellen Fliegen, die Meerforellen ebenso gefällt wie Lachsen und die in den kleineren Größen, zu Beginn der Saison, oft von Bachforellen genommen wird.

Sie fängt ebenso Hechte wie Barsche, ist somit ein echter Allrounder.
Die Fliege soll Heringsbrut, Sprotten oder andere kleine Fischchen darstellen.


Details



Hakengrößen variieren stark: von 4 oder 6 bis 12.

Materialien
Bindefaden: schwarz
Anhängsel: Silberfaden
Schwanz: Goldfasan, Kragen
Körper: Flachsilber
Rippung: Silberfaden
Hechel: Henne, hellblau gefärbt, nur eine Windung
Flügel: Krickente, Flankenfeder, gerollt oder gefaltet.





Die Teal, Blue & Silver



Anglers Albtraum

Nach einem kurzen Moment des Überlegens beschließe ich, einen oder zwei meiner gelben Freizeit-Chips auszugeben. Jede dieser Münzen berechtigt mich zu einem zweieinhalb stündigen Besuch eines Freizeitparks meiner Wahl.
Der Plotterchip B38 ist eingeworfen, mein Computerbildschirm im Pace (das ist die Abkürzung für Passenger-Cell) zeigt mir die relevante Karte. Ich tippe die Koordinaten C9, F17 und P11 über die H und D Tastaturen ein. Mein Mobil schwebt los.

Während sich das Pace zum Freizeitcenter bewegt, kommen mir Bilder in den Sinn, die ich gestern in einem Programm des Muteko (das ist die Abkürzung für den neuen Multi-Tele-Kommunikator) gesehen habe. Ist schon irre; die mussten früher noch selbst, manuell, durch den dicksten Verkehr lenken, die hatten da so genannte Reifen dran, an ihren Kisten, die echte Berührung mit asphaltierten Bahnen hatten. Gravityalteration war denen völlig unbekannt, von Fernplanung und Koordinierung hatten die auch noch keine Ahnung; und wie oft die halten mussten um Energie für ihre Kisten zu laden. Benzin tanken, so nannten die das. Von Lichtwandlung und Teilchenspeicherung haben die noch nicht mal geträumt. Genaue Planungssicherheit gab’s da natürlich auch nicht, waren wirklich arm dran, die Leute damals. Aber glücklicherweise haben wir die dunklen Zeiten hinter uns gelassen, man lebt ja schließlich nicht mehr im 21. Jahrhundert.

Zielpunkt C9, F17, P11; Buoy-Art-Centre erreicht. Sie parken auf Platz 1321D, informiert mich der Autocomputer über mein neues Aura-set-System. Ich drücke nur noch die P-Taste damit der Drucker mir einen Chip mit der Platznummer ausspuckt, wer kann sich denn schon diese blöde Nummer merken. Den Chip brauche ich nachher nur in die Servicesäule zu schieben, dann führen mich die Leuchtpfeile am Weg exakt zum Mobil zurück.


Der Aufzug ist nur um die Ecke; ich drücke den FP-Knopf und schwebe hoch. Oben angekommen, stecke ich einen meiner gelben Freizeit-Chips in den Schlitz unter das I-Licht: die Türen des Aufzugs öffnen sich.

Zuerst gehe ich in den Tackleflur. Da sind Automaten aufgestellt, wo du dir alles was du brauchst, ausleihen oder kaufen kannst. Manche Leute bringen ihr eigenes Zeug, aber ich hab's gern bequem.
Also einen braunen Benutzer-Chip in den Rutenverleihautomat und heraus kommt mein H18 Paket: Angel mit integrierter Rolle, Fly-Tape-Tube (einfach nur Flytt genannt), Supermonofilament als Vorfach und ein Kescher. Das ist eigentlich alles was du brauchst; Taschenmesser hab' ich sowieso immer dabei.
Am Ende des Geräteflurs ist die weiße AD-Tür. Automatisch öffnet sie sich und vor mir liegt eine prächtige Flusslandschaft. Die Wände sind riesige Flachbildschirme; sie zeigen gerade: Unberührte Berglandschaft In Den Alpen. Das steht jedenfalls auf dem Infomonitor, und dass ich heute Angler Nr. 14 bin, aber im Moment kann ich niemanden sehen.

Der Fluss selber, ein Umwälzpumpensystem hält ihn am fließen, hat also heute einen Bestand an riesigen Forellen und Äschen. Da ist eine Fischzucht ein Stockwerk tiefer und der Computer packt jeden Tag neue Fische ins Wasser hier oben. Der Tagesbesatz hier wird per Zufallsfaktor bezüglich Grösse und Anzahl bestimmt. Du kannst hier also wirklich einen schlechten Tag erwischen; die ganze Anlage ist voll realistisch.
Die Wassertemperatur des gesamten Systems wird bei konstanten 13,5ºC gehalten, für optimales Wachstum von Salmoniden.
Die schließen hier zwischen 4 und 6 Uhr morgens. Einmal in der Woche wird jeder Fisch aus dem Fluss geholt (am gesamten Ufer entlang gibt’s automatische elektronische Fischfanganlagen) und nach Größe und Art in die Hälterbecken unten einsortiert. Dort kriegen sie ein paar Tage Ruhe, schließlich will keiner lahme oder erschöpfte Fische fangen.
Das Flußwasser wird dann auch regelmäßig prozessiert. Ich glaube die haben sechs oder sieben Sätze. Mineral-und Nährstoffanreicherung, so nennen die das hier. Dann haben die auch noch eine Zuchtanlage für Insekten, Wasserkäfer und so Zeugs. Die Anlage ist natürlich auch vollautomatisch.

Ich kann auf zwei Ebenen fischen und die Strecke ist insgesamt 2,8 Kilometer lang; mit zwei Wasserfällen, drei Rieselstrecken und jede Menge tolle Gumpen gibt’s. Wir haben einen drei Meter breiten Uferstreifen. Der besteht aus echtem Gras, das wird noch nicht mal gemäht. Die Bäume und Büsche sind natürlich nicht alle echt, damit das leichter umzustellen ist wenn sie das Thema wechseln. Im Infomonitor habe ich gesehen, dass nächste Woche ‘ne schottische Flusslandschaft aus dem 19. Jahrhundert dran sein soll. Sieht auch klasse aus. Da gibt’s dann bestimmt Lachse und Meerforellen. Dafür muss ich mir unbedingt einen Freizeitchip aufheben.
Die erwarten hier, dass du beim Fischen auf dem drei Meter Uferstreifen stehst, das ist so was wie ungeschriebenes Gesetz, oder Etikette, was auch immer.

Ich schlendere rüber zur Beobachtungskamera A, stelle mich für drei Sekunden auf die rote Linie (Kopfbedeckungen sind dabei abzunehmen), dann sage ich deutlich meinen Namen und die Bürgernummer. Ein Infrarotstrahl tastet dann mein Gesicht ab, das machen die, um zu checken ob die Angaben, die ich da gemacht habe auch stimmen. Das ist schon alles was ich zu tun habe, für meine zweieinhalb Stunden first class Fliegenfischen. Wenn ich länger bleiben will, kann ich überall an den Servicesäulen einen weiteren gelben Chip einwerfen.

Mein Flytt ist ein Sortiment mit 25 Fliegen. Ich suche eins von diesen angeblich alten Mustern aus, habe gehört, dass sie die schon im 20. Jahrhundert hatten. Zu der Zeit haben sie die noch aus Naturmaterialien gemacht, Federn, Wolle und so Zeugs. Das Ganze wurde dann irgendwie mit Faden zusammengehalten. Echt primitiv eben. Unsere Fliegen heute sind natürlich vollsynthetisch und bewegungsaktiv. Das hat sich schon toll entwickelt, alles.
Vorsichtig breche ich diese Fliege aus meinem Flytt heraus und stecke die Vorfachspitze in das winzige Verbindungsloch oben am Hakenansatz; nach 15 Sekunden ist das so aktivierte Polymerisant hart. Fliege und Schnur sind jetzt untrennbar miteinander verbunden.
Ich mache ein paar vorsichtige Schritte auf dem Gras zum ersten Pool hin, fange an zu werfen ....
...und zum Glück wache ich auf.