Die Fliegen / Der Pikey
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Sonntag, 19.01.2020

Top Ten Fliegen für Irland

10 Fliegen und wie man in Irland damit fängt.

Der Pikey

Mein bestes Muster zum Hechtfangen, bis jetzt. Zuerst 1987 gebunden; in verschiedenen Farben, vom eher dunklen Gesamteindruck, bis zu Silber oder Gold, um verschiedene Geschmäcker zu befriedigen. Von Hecht und Angler.
Um diese Dinger werfen zu können, benötigt man eine starke Rute.  Ich benutze eine 10 Fuß Lachsrute, Klasse9.  Anstelle des Stahlvorfachs kommt 30 cm. .70er Schnur ans Vorfachende, das sollte dann nicht länger als ein Meter oder so sein.  Damit sich das ganze halbwegs passabel werfen lässt.

Details


Der Streamer arbeitet am besten wenn er langsam gefischt wird. Eine gute Methode ist, ihn absacken zu lassen und dann durch Heben der Rutenspitze zur Oberfläche zu bringen.

Materialien
Bindefaden: Schwarz
Schwanz: rote Wolle oder Flashabou
Körper: Flachsilber oder Flachgold
Rippung: Silber-oder Goldfaden
Flügel: Flashabou oder Crinkle-Flash in verschiedenen Farben.

 


Der Pikey





Fly fishing for pike


Mit dem Belly Boat

Rüdiger und Dietrich, zwei in Donegal ziemlich bekannte Angler, das Wort bunte Hunde sei in diesem Zusammenhang deutlich vermieden, wollten Hechte fangen, in einem gewissen See im Süden der Grafschaft, bekannt für gute Fische. Mit von der Partie war Günter, ein Gast aus Deutschland.
Rüdiger, oder Rüdi, wie ihn die ganze Welt nennt, hatte schon vor Tagen sein kleines rotes Boot zum See gebracht und dort im Schilf versteckt.
Alle notwendigen Bestandteile für einen guten Hechtangeltag, wie Kühltasche mit Dosenbier und Würstchen, Thermosflasche mit heißem Kaffee, dann noch Grill und Holzkohle, Ruten, Rollen und so weiter wurden in den Kombi geladen.
Ich glaube ich werde mal das Belly Boat testen, verkündete der deutsche Gast, dessen Figur den Schluss erlaubte, er liebe sein Essen und eine gute Dosis reinen deutschen Biers, mein Gerätehändler zu hause hat mir ein Belly Boat mitgegeben, zum testen, mal sehen wie sich das in Irland macht.

Das Ding sah aus wie ein olivgrüner Schlauch mit Lehne, aus einem Traktorreifen gemacht. Da war ein bisschen Netz und einige Riemen mit Schnallen dran.
Mit Hilfe eines großen Blasebalgs war der Ring schnell aufgepumpt.
Rüdi half dann, das Gerät hinten in den Kombi zu laden. Weiteres Zubehör um die Wasser mit einem Belly Boat zu erobern, wie Schwimmflossen und Wathosen, füllten die Ladefläche des Wagens vollständig. Unsere drei Angler einigten sich darauf, mit zwei Autos zu fahren.
Das Wetter war großartig zum Hechten. Eine dicke Wolkendecke mit steifer Brise und nicht zu warm. Die Erwartungen waren also hoch, als sie die Autos beim Bauernhof am See parkten. Es gab da ein kleines Gatter, von wo aus ein Pfad zum See hinunterführte.
Belly Boat und Zubehör mussten zuerst ausgeladen werden, um an die Fliegenruten zu kommen. Die waren bereits mit riesigen Streamern versehen.
Ein kleines weißes Auto, mit einer Frau mittleren Alters am Steuer, fuhr vorbei als Günter sich mitten in dem schwierigen Prozess des Wathoseanziehens befand. Sie verlangsamte etwas und winkte freundlich und die Angler winkten zurück.

Dietrich entschied sich dazu, vom Ufer aus zu fischen, Rüdi ging hinunter zu seinem Boot. Der deutsche Gast zwängte seine Füße in die Schwimmflossen, kletterte dann ins Belly Boat. Das Stück Netz zwischen seinen Schenkeln würde als Sitz-und Haltegelegenheit dienen. Die obere Wölbung des aufgeblasenen Gummirings reichte fast bis unter die Achseln. An einem der Riemen befestigte Günther noch sein enormes Unterfangnetz mit kurzen Handgriff. Als er sich durch das Gatter bewegte, kam das kleine weiße Auto zum zweiten mal vorbei, diesmal brachte die Frau es fast zum Stillstand.

Günther brauchte eine ganze Weile bis er hinunter an den See kam, war er doch verlangsamt durch die Schwimmflossen und den Wind, der seine korpulente Figur ergriff und beutelte. Die Fliegenrute in seiner rechten Hand wirkte fast wie ein Balancierstab.
Die beiden anderen Angler fischten bereits eine viel versprechende Stelle am Bacheinlauf. Dietrich vom Ufer, Rüdi von seinem kleinen roten Boot aus, das er neben den Seerosen verankert hatte.

Energisch und kraftvoll schob sich Günther mit seinem Belly Boat durch den dichten Schilfgürtel. Als er freies Wasser erreichte, verloren die Füße Kontakt mit dem weichen Boden; der Uferbereich fiel steil ab. Die Schwimmflossen waren jetzt einziges Antriebsmittel.
Der ist ja ganz schön schnell mit dem Ding, kommentierte der Angler am Ufer. Erstaunlich, bestätigte der in seinem Boot, als sie beobachteten wie Günter durch die Wellen brach und schon fast in der Mitte des Sees war.
Er sollte aber wissen dass die Hechte am besten an der Schilfkante beißen und nicht da draußen, war ein weiterer Kommentar vom Ufer.

Im Hintergrund, oben auf der Straße, fuhr wieder das kleine weiße Auto vorbei, es sah so aus als hätte es diesmal tatsächlich für einen Moment angehalten.
Rüdi in seinem Boot hakte gerade einen Hecht, als Günther sein Belly Boat herumdrehte und wieder in Richtung Ufer bewegte. Warum hat der's denn so eilig wieder an Land zu kommen? Sinnte Rüdi und drillte seinen Hecht.
Die beiden Angler beobachteten wie Günter am Schilfgürtel ankam, sich zum festen Ufer durchkämpfte. Als er langsam zum Gatter hochging schien es, als habe er noch mehr Gravität bekommen, der Wind beeinträchtigte seine Balance kaum noch.
Rüdi entschied, dass der Hecht zu klein war und setzte ihn zurück, organisierte und ordnete seinen Kescher neu, bereit für den nächsten Fisch.

Günther erschien wieder oben am Gatter, mit nichts außer einem rosa Hemd bekleidet, es flatterte lebhaft im Wind.
Da muss irgendwas nicht in Ordnung sein, mit unserem Gast, Rüdi lud Dietrich in sein Boot und ruderte über den See.

Das Belly Boat ist für Irland nicht zu empfehlen, sprach Günter als die beiden am Gatter ankamen. Nasse Kleidungsstücke hingen über Zaun und Büschen, das Belly Boat lag am Straßenrand.
Anfangs war alles in Ordnung, fuhr der Gast fort, aber als ich weiter rauskam, schlugen die Wellen vorne gegen das Belly Boat und schwappten in die Wathose. Dann habe ich mich umgedreht, aber das war noch schlimmer, weil hinten die Wathose weiter vom Körper absteht, die war ruck zuck vollgelaufen.
Das kleine weiße Auto erschien wieder, fuhr ganz langsam vorbei, die Frau brauchte schließlich etwas Zeit sich alles genau anzuschauen.
Muss ich meinem Gerätehändler zu hause sagen, dass das Belly Boat für Irland nicht geeignet ist, wiederholte Günther. Worauf Rüdi sagte: na dann lasst uns mal mit dem Grillen anfangen.