Die Angelsaison / Winter
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Mittwoch, 20.10.2021

DEDICATION

The fly-fishing movie with a difference, ein Programm in englischer Sprache

Eine kleine Einleitung in die irische Hechtangelei


Beste Hechtzeit

In Irland sieht der Kalender etwas anders aus als in den meisten Ländern der Welt.  November, Dezember und Januar sind die Wintermonate.  Diesem Muster folgend, bleibt dem Februar nichts anderes übrig, als der erste Monat des Frühjahres zu sein.
Wenn also die Lachssaison schließt und der Oktober kommt, ist der Winter nicht mehr weit.  Das ist die beste Hechtzeit.  Im Allgemeinen stellt man sich die Wintertage in Irland kurz, verregnet und stürmisch, kurz gesagt miserabel vor.  Aber es gibt auch andere.  Das sind die Tage an denen ich Hechtangeln gehen will.

Der Esox ist fast überall in Irland zu finden, sieht man von den Hochlandseen des Westens und Nordwestens, sowie den reinen Salmonidenflüssen, einmal ab.  Es gibt ihn in fliessenden wie auch in stehenden Gewässern.
Ganz besonders kann der Erne-Shannon Komplex als Paradies für Hechtangler angesehen werden.  Aber der große Raubfisch ist keineswegs eine einheimische Spezies.  Erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt, wird vermutet dass die Normannen den Hecht eingebürgert haben.

 

Egal ob Sie vom Ufer oder vom Boot aus Ihren Hecht fangen wollen: vermeiden Sie Vollmondperioden; besonders im Winter.  Aus mir unbekannten Gründen beißen die Burschen da nicht.  Allerdings soll das nicht entmutigen, immer dran denken: beim Angeln gibt es nur eine Regel und das ist die, dass es keine Regel gibt.
An diesen klaren, kalten Wintertagen kann das Angeln sehr gut sein, nicht nur für die Lungen, weil die mal wieder frische Luft kriegen, sondern auch für des Anglers Ego und Geist.  Hat man erstmal ein paar Wochen lang nicht geangelt, stellt sich dieses Gefühl ein, dass etwas Wichtiges im Leben fehlt.  Die beste und sofortige Kur dagegen ist der Fang eines Hechtes.

 

Gar keine Frage: die schönste Art einen Hecht zu fangen ist mit dem Streamer an der Fliegenrute.  Aber manchmal kann auch das Blinkern eine ganz meditative Angelegenheit sein.  Auswerfen, einholen, wieder auswerfen, wider einholen, scheint zwar alles ziemlich monoton, bis ein Fisch beißt und dich plötzlich aufweckt.  Nun bist du froh den Kescher und die Lösezange mitgebracht zu haben.  Denn in Irland fängt man normalerweise so viele Hechte, dass die meistens zurückgesetzt werden.  Ohne Hilfsmittel ist es eben oft schwierig den Haken aus dem zahnübersähten Maul zu bekommen.  Vielleicht ist das einer der Gründe warum die meisten irischen Angler dem Hecht nichts abgewinnen können, nennen sie Krokodile oder Ungeziefer.
Na ja, wer andauernd Lachs und Forelle fängt kann sich das vielleicht als kulinarische Anspielung leisten.  Eine wirkliche Spezialität gibt es hier allerdings: Hechtklößchensuppe.  Eine perfekte Sache an diesen langen miserablen, stürmischen, verregneten, kalten Winterabenden.

 

 




Fly fishing for pike